Die Chronik der Ortsstelle Amstetten

Zur Geschichte:

Hans KremlitzkaDie Entstehung der Ortsstelle datiert im Jahre 1922. Damals als sechste Ortsstelle des Alpinen Rettungsausschusses (ARA) Wien und zwar 26 Jahre nach dessen Gründung. Sie wurde als Einsatzgruppe für die Voralpen und das Gesäuse installiert. Hans KREMLITZKA aus der Wörthstraße 10 und Alois LACHINGER, Viehdorferstraße 13, waren die eigentlichen Gründer.
Nur wenige Dokumente sind uns aus der Gründungszeit erhalten, fast alles ging im 2. Weltkrieg verloren.
Aus dem 30. Jahresbericht des Alpinen Rettungs-ausschusses Wien, aus dem Jahre 1926 entnehmen wir, dass damals die „Rettungs- und Meldestelle Amstetten“ im Rahmen der Sektion Amstetten des DÖAV geführt wurde.
Amstetten als Umsteigebahnhof für Gesäusebergsteiger, wird in dieser Zeit als Schnellzugstation, seines wichtigen Postamtes samt Telefonnetz und auch wegen seiner Ärzte gewürdigt. So lag die Meldestelle in der Bahnhofgastwirtschaft des Herrn Julius HOFMANN, der unter Fernruf 12 erreichbar war. Die „Freiwillige Hilfsmannschaft“ bestand aus fünf Personen, Obmann war der Gründer Hans KREMLITZKA und sein Stellvertreter Alois LACHINGER.
Im November 1940 Übernahm Leopold Wimberger (heute Ehrenmitglied) die Leitung der Ortsstelle von seinem Vorgänger Franz Hofer.

DAV-Bergwacht - Ortsstelle Amstetten von November 1940 bis Mai 1945
BRD-Ortsstelle Amstetten von 1946 an.

Bericht von Leopold Wimberger (Zeitzeuge)

Leopold Wimberger

Die Übernahme der DAV-Bergwacht-Ortsstelle Amstetten erfolgte im November 1940 durch Leopold Wimberger vom bisherigen Ortstellenleiter Franz Hofer.

Damals waren 4 Meldestellen vorhanden:

• Ortsstellenleiter Wimberger, Amstetten,    Preinsbacherstraße 42

• Hotel Hofmann, Amstetten

• Amstettner-Hütte Forsteralm-Oberland

• Viehtaleralm, Bodenwies-Kleinreifling

Das Einsatzgebiet wurde in mehrere Teile zergliedert.
Darunter auch als letztes über Anforderung von der Ortsstelle Admont, das Gesäuse.
Hier kam es in dieser Zeit zu zwei Einsätzen: Eine Suche mit anschließender Totenbergung aus der Jahn-Zimmer-Route in der Hochtor Nordwand. Drei Bergwachtmänner unserer Ortsstelle waren daran beteiligt. (L. Wimberger, A. Wolf und G. Maderthaner)
Zu einer Bergung kam es ohne Anforderung, da Kletterer der Ortsstelle Amstetten im Haindlkar anwesend waren. Aus der Hochtor-Nordwand (Pfannl-Weg) galt es zwei Verletzte (Ellbogen-splitterbruch, schwere Verbrennungen an Händen) durch Aufseilen über die Schlüsselstelle zu befreien. Die Verletzten wurden anschließend von ihren Rettern (L. Wimberger und I. Obermüller) auf die Heßhütte begleitet
Aus den eigenen Einsatzgebieten sind ein Beinbruch von der Forsteralm und zwei Beinverletzungen von der Bodenwies in Erinnerung. Der Abtransport erfolgte damals üblich mit Rucksackschlitten zu den Bahnhöfen.
Es gab in dieser Zeit zwei Übungen, je eine auf der Forsteralm bzw. auf der Bodenwies mit je 4 bis 5 Teilnehmern. Alle anderen Bergwachtmänner waren eingerückt.
Ab 1941 wurde der Skitransport auf der Bahn verboten und die Skier mussten abgeliefert werden. Sie wurden angeblich für den Krieg benötigt. Nur Bergwachtmänner bekamen einen Hilfspolizeiausweis und durften ihre Skier behalten und auch weiter auf der Bahn transportieren. Diese Ausweise dienten auch dazu um in den Zügen Naturschutzkontrollen und Blumenabnahmen durchzuführen. Die ureigenste Aufgabe, Menschen aus Bergnot zu retten, war damit ziemlich nebensächlich geworden. 1944, kam es zur letzten Einrückungswelle und somit auch das Ende der Tätigkeit in der Bergwacht.

1946 sammelte Herr Wimberger über Aufforderung von Alfred Hudec aus Wien, dem neuen Landesleiter des nun gegründeten Österreichischen Bergrettungsdienstes, weitere, so wie er, aus dem Krieg zurückgekehrte Bergkameraden um sich.

Die Ortsstelle Amstetten des ÖBRD war somit neu gegründet.

Alois Lachinger


Die noch im Keller des Hotels Hofmann von Wimberger gelagerten Rettungsgeräte der Bergwacht bildeten den Grundstock der spärlichen Ausrüstung. Die Meldestellen Wurden in unseren Einsatzgebieten wieder reaktiviert. Stützpunkte waren auf der Bodenwies die Koppenberger-Hütte (Viehtaleralm) und ab 1959 auch die Sonnrißhütte der Naturfreunde Amstetten. Auf der Forsteralm war es die Amstettnerhütte des ÖAV.
Weitere junge Bergrettungsmänner wurden in den folgenden Jahren von OL Wimberger angeworben. Wimberger hatte die Funktion des Ortsstellenleiters 40 Jahre inne und gab sie 1980 an Kurt Elbl weiter.
Anfang 1960 wurde auf der Viehtaleralm und 1978 auf der Forsteralm Liftanlagen in Betrieb genommen. Mit dem Liftbetrieb verlagerte sich die bergretterische Tätigkeit vorwiegend auf Wintersaison und Piste. Es sei hier Erwähnt, dass diese Gebiete auch zuvor beliebte Schigebiete der Amstettner waren, allerdings beschränkte sich das weiße Vergnügen auf jene, welche die Strapazen des Aufstieges nicht scheuten.

Aktivitäten:

Gockert Gerhard In den letzten Jahren wurden von den Kameraden/innen der Ortsstelle pro Wintersaison mehr als 2.000 Bereitschaftsstunden geleistet, dazu kommen noch ca. 500 bis 700 Std. sonstiger Aktivitäten wie Übungen, Veranstaltungen, Hüttenbau usw.
Die Diensthütte auf der Forsteralm wurde im Herbst 1996 erbaut und Ende Juni 1997 feierlich eingeweiht und eröffnet. Auf der Viehtaleralm haben wir einen Dienstraum der im Herbst 2002 erweitert und renoviert wurde.
Im Jahre 2002 haben wir ein Zentraldepot in Amstetten-Waldheim von der Stadtgemeinde übernommen welches auch als Sitzungs- und Schulungsraum Verwendung findet.
Die Ortsstelle bekam 2006 einen neuen Mannschaftswagen, der als Krankentransportwagen benützt werden kann. Für diesen wurde im Sommer 2006 eine neue Garage neben dem Zentraldepot errichtet.

Über die Mitglieder:

Derzeit hat die Ortsstelle 42 aktive und 11 ehrenamtliche Mitglieder.

Statistik:

Ortsstellenleiter der Ortsstelle Amstetten seit dem Jahr 1922:
1922 bis ? Hans Kremlitzka
? bis 1940 Franz Hofer
1940 bis 1980 Leopold Wimberger
1980 bis 1991 Kurt Elbl
1991 bis 1999 Ludwig Wimmer
1999 bis 2009 Gerhard Dallinger
2009 bis heute Helmut Wiry


Die Unfallstatistik der Ortsstelle Amstetten seit dem Jahr 1945:

von bis: Anzahl der Bergungen:davon Tote:
1945 bis 1952320
1953 - 19621201
1963 - 19721630
1973 - 19821271
1983 - 19922051
1993 - 20022931
2003 - Frühjahr 20112411
insgesamt11815
Die Mannschaft der Bergrettung AmstettenAlpines Notsignal


Bergrettungsdienst Österreich - Ortsstelle Amstetten